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Projekt


ERHALTUNGSZUSTÄNDE verbessern
Projektziele

Sager Meer

Sager Meer © 2010knarf/CC BY-SA 3.0

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Das LIFE-Programm dient seit 1992 auf europäischer Ebene als Förderinstrument für Maßnahmen im Bereich Umwelt, Naturschutz und Klimapolitik. Die sogenannten „Integrierten Projekte“ wurden 2014 eingeführt, um die Umweltgesetzgebung und Umweltziele überregional umzusetzen und damit die Wirkung des LIFE-Programms zu erhöhen. Sie bieten Fördermittel für Pläne, Programme und Strategien auf regionaler, multiregionaler oder nationaler Ebene. Der integrative Ansatz berücksichtigt über Natur- und Umweltaspekte hinaus weitere Problemfelder (beispielsweise den Klimawandel und nachhaltige Ressourcennutzung). Für Integrierte LIFE-Projekte müssen zudem andere EU-Fonds (z. B. EFRE/ELER) oder weitere nationale oder private Finanzierungsquellen genutzt werden. Daher ist ein wichtiges Ziel, Förderungen von außerhalb zu mobilisieren.

Das Integrierte LIFE-Projekt „Atlantische Sandlandschaften“ ist das erste Integrierte LIFE-Projekt im Bereich „Natur“ in Deutschland. Die Länder Nordrhein-Westfalen und Niedersachen zielen mit dem länderübergreifenden Projekt darauf ab, zur Trendwende beim Verlust der Artenvielfalt und wertvoller Naturräume beizutragen. Für das Erreichen insbesondere von Ziel 1 der EU-Biodiversitätsstrategie bis 2020 (= vollständige Umsetzung der Vogelschutz- und der Habitat-Richtlinie) im deutschen Teil der atlantischen Region soll ein sichtbarer Beitrag geleistet werden: 34 Prozent der Lebensräume und 26 Prozent der Arten der FFH-Richtlinie sollen entweder in einen günstigen Erhaltungszustand gebracht oder es soll zumindest eine signifikante Verbesserung ihres Zustandes erreicht werden. Im Ergebnis würden gegenüber dem FFH-Bericht 2013 100 Prozent mehr Habitate und 50 Prozent mehr Arten mit einem verbesserten Erhaltungszustand in den künftigen FFH-Berichten dargestellt werden können. Zu dieser Zielsetzung umfasst das Projekt zwei Säulen:

Die erste Projektsäule zielt darauf ab, einen methodisch-konzeptionellen Ansatz für das Erreichen von Ziel 1 der EU-Biodiversitätsstrategie und die Umsetzung des nationalen Prioritären Aktionsrahmens (PAF) in allen Bundesländern der atlantischen Region zu entwickeln. In Deutschland ist der Naturschutz Aufgabe der einzelnen Bundesländer. Damit aber Naturschutzerfolge auf nationaler beziehungsweise biogeographischer Ebene sichtbar werden, ist es hilfreich, wenn auf dieser übergreifenden Ebene gemeinsam ein modellhafter Ansatz zur Umsetzung des PAF in der Atlantischen Region entwickelt wird. Das heißt mit der ersten Projektsäule wird eine „Roadmap“ für die Verbesserung aller Lebensraumtypen und Arten der atlantischen Region (marine Lebensraumtypen und Arten ausgenommen) erarbeitet.

Maßnahmen

Die zweite Säule des Projektes umfasst die Umsetzung konkreter Maßnahmen zur Verbesserung der Erhaltungs­zustände schwerpunktmäßig in Natura 2000-Gebieten der Sandlandschaften in Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen und soll damit eine Verbesserung vor Ort bewirken. Die Ergebnisse aus der ersten Säule fließen damit unmittelbar bereits in die Umsetzung des Projektes ein, indem damit eine Grundlage für die Auswahl der zu treffenden Umsetzungsmaßnahmen gelegt wird.

In beiden Bundesländern stehen 15 Lebensraumtypen und zehn Arten der biogeo­graphischen atlantischen Region im Fokus der geplanten Naturschutz­maßnahmen. Für die erste Projektphase (Ende 2016 bis Mitte 2019) sind 98 Maßnahmen geplant, wovon 26 in Nordrhein-Westfalen (Schwerpunkt Münsterland und Niederrhein) und 72 in Niedersachsen (Schwerpunkte in den Landkreisen Celle, Diepholz und Oldenburg) durchgeführt werden.

Gruppenfoto mit EU-LIFE-Fahne

© Bezirksregierung Münster

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Öffentlichkeitsarbeit

Ein weiteres wichtiges Ziel ist, das öffentliche Bewusst­sein für den Verlust biologischer Vielfalt in der Region zu erhöhen und die für die Umkehrung dieses Trends erforderlichen Maßnahmen aufzu­zeigen. Die Akzeptanz für die Umsetzungs­maßnahmen soll gesteigert und zwischen Interessens­unterschieden der Beteiligten vermittelt werden.

Projektstart

Der offizielle Startschuss für das Projekt erfolgte mit der Auftakt­veranstaltung am 20. April 2017 in Ibbenbüren durch die Umwelt­minister der beiden Länder sowie der Präsidentin des Bundesamtes für Naturschutz. Prof. Beate Jessel hob anlässlich dieser Auftaktveranstaltung die bundesweite Bedeutung des Projektes mit seinem modellhaften Ansatz zur Umsetzung des PAF in Deutschland heraus.

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