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Projekt des Monats

Die Maßnahmen im NSG Thielenbruch und Thurner Wald sollen unter anderem der Zauneidechse zugutekommen.

Projekt des Monats #27
Lebensraum für die Zauneidechse im NSG Thielenbruch und Thurner Wald

Das Naturschutzgebiet „Thielenbruch und Thurner Wald“ liegt rechtsrheinisch im Stadtteil Köln-Dellbrück an der Grenze zu Bergisch Gladbach. Das überwiegend feucht geprägte Naturschutzgebiet liegt im Naturraum der Bergischen Heideterrasse und bietet ein Mosaik aus Niedermooren, Tümpeln, Seggenriedern, Erlenwäldern und Dünenflächen. In den trockeneren Bereichen finden sich Eichen- und Birkenbestände. Das 59 Hektar große Gebiet wurde 1969 als Naturschutzgebiet ausgewiesen. Zusammen mit Teilen des Naturschutzgebiets „Thielenbruch“ auf dem Gebiet der Stadt Bergisch Gladbach ist es im Natura 2000-Schutzgebietssystem der Europäischen Union als Flora-Fauna-Habitat (FFH)-Schutzgebiet „Thielenbruch“ gemeldet. Durch den kleinräumigen Wechsel von sauren und kalkhaltigen Bereichen verfügt es über eine besonders ausgeprägte Standortvielfalt. Neben seltenen Pflanzen bietet das Gebiet vor allem für viele Libellenarten Lebensraum, darunter die in Nordrhein-Westfalen seltene Helm-Azurjungfer (Coenagrion mercuriale). Das Gebiet zählt zu den bedeutendsten Gebieten für C. mercuriale in NRW, da es sich landesweit um den letzten bekannten Primärstandort handelt (vgl. Buchwald 1989, AK Libellen 2013, zitiert nach Menke 2019).

Durch das Gebiet laufen Strom- und Gastrassen. Die Stromtrasse war zwischenzeitlich sehr stark verbuscht. Die Gastrassen werden zwar regelmäßig gemäht, in Teilbereichen hatte sich aber zwischen den parallel laufenden Gasleitungen Gebüsch entwickelt, welches vom Betreiber nicht geschnitten werden muss. Hier bot sich die Chance, in Kooperation mit den Trassenbetreibern bestehende Offenbereiche zu erweitern und mit einer naturschutzfachlichen Zielsetzung zu entwickeln. Die entsprechenden Gehölzarbeiten wurden auf einer Fläche von insgesamt rund 1,5 Hektar im Februar 2020 auf den Trassen für Strom und Gas durchgeführt. Weiterhin wurde eine direkt angrenzende Binnendüne in den Randbereichen von Gehölzen erweitert. Durch die Maßnahmen sollen neue Flächen für den Lebensraumtyp „Sandheiden mit Besenheide und Ginster auf Binnendünen“ (LRT 2310) geschaffen werden. Zugleich wird der Lebensraum für die Zauneidechse und weitere gefährdete Arten der trockenen Sandheiden optimiert. Die nun freigestellten Trassen können als Trittsteine zwischen den vorhandenen Offenbereichen dienen.

Die durch das Gebiet verlaufende Gastrasse war mit Bäumen und Farnen bestanden

Die durch das Gebiet verlaufende Gastrasse war mit Bäumen und Farnen bestanden. © Walter Halfenberg, NABU-Naturschutzstation Leverkusen-Köln

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