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Projekt des Monats


#07/2019 SANDLEBENSRÄUME IM LANDKREIS OLDENBURG
Optimierung von Zaun­eidechsen­habitaten bei der Gemeinde Prinzhöfte

Zauneidechse (Lacerta agilis)

Zauneidechse/Sand Lizard (Lacerta agilis) © Friedrich Böhringer, CC BY-SA 3.0

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Im Landkreis Oldenburg befindet sich die in Niedersachsen als gefährdet eingestufte Zauneidechse (Lacerta agilis) am nordwestlichen Rande ihres Verbreitungsgebietes. Es gibt nur sehr wenige bekannte Vorkommen der Art im Landkreis, u. a. bei der Gemeinde Prinzhöfte. Hier konnten bis zu 25 Zauneidechsen an einem Tag beobachtet werden. Auch die Eiablage und erfolgreiche Reproduktion mit Jungtieren wurde an diesem Standort registriert, der sich an einem knapp 500 Meter langen Sandweg befindet, der im Süden an einen Acker und im Norden an einen Waldrand grenzt. Die Eiablageplätze liegen in diesem Gebiet häufig direkt an offenen Bodenstellen an der Böschungskante, sodass es zur zunehmenden Beschattung durch aufkommende Gehölze und Sträucher und Laubfall kommt. Ein weiteres großes Problem für dieses Zauneidechsenvorkommen stellt das Befahren des Wirtschaftsweges mit großen landwirtschaftlichen Maschinen und Quads dar. Aufgrund der geringen Breite des Weges weichen insbesondere breitere Fahrzeuge häufig auf die parallel zum Waldrand verlaufende Böschung aus, wodurch die Gelege der Zauneidechsen zerstört werden.

Durch ehrenamtliche Aktivitäten war in den vergangenen Jahren immer wieder versucht worden, den Waldrand von aufkommenden Gehölzen und Sträuchern zu befreien. Im Februar 2018 waren vom NABU Delmenhorst zudem rund 40 Bäume am Waldrand abgeholzt worden, um ihn lichter zu gestalten. Über die im Rahmen des Integrierten LIFE-Projektes „Atlantische Sandlandschaften“ durchgeführte Maßnahme sollte der Lebensraum für die Zauneidechse weiter optimiert werden. Die Planung der Maßnahme erfolgte durch die untere Naturschutzbehörde des Landkreises Oldenburg und den NABU Oldenburger Land. Die Baubegleitung führten Hans Fingerhut (NABU Ganderkesee) und Uwe Handke (NABU Delmenhorst) durch.

Sieben jeweils 20 bis 30 Meter lange, drei bis vier Meter breite und etwa 1,5 Meter hohe Sandrücken wurden im Januar 2019 etwa fünf Meter vom Sandweg entfernt angelegt, um die Eiablageplätze zu einem großen Teil weg vom beeinträchtigten Wegrand zu verlagern. Rund 620 Kubikmeter Sand mit etwas Tonanteil wurden hierfür entsprechend eingebaut. Um die Böschungskante und den Boden des Waldrandes vor Beeinträchtigungen zu schützen, waren zuvor mehrere zehn Zentimeter hohe Baggermatratzen ausgelegt worden, die nach der Fertigstellung der Sanddünen wieder entfernt wurden.

Durch die Wegnahme von etwa 80 weiteren Gehölzen wurde die Beschattung der Zauneidechsen-Habitate reduziert und zugleich die Fläche geeigneter Lebensräume weiter vergrößert. Die Baumstämme, Äste und Zweige wurden zwischen den Sandrücken als kleine Totholzhaufen angelegt, um zusätzliche Habitatstrukturen für die Eiablage sowie Sonnenplätze und Versteckmöglichkeiten zu schaffen. In der östlichen Hälfte des Waldrandes, der eine sehr flache Böschungskante aufweist, wurden zum Schutz des Waldrandes, der Sandrücken und der Heideflächen vor dem Befahren durch Traktoren und Quads eine Reihe von Baumstämmen mit Eichenpfählen am Wegrand befestigt.

Eine große Info-Tafel soll noch in 2019 installiert werden. In den Jahren 2019 und 2021 soll mit jeweils fünf vierstündigen Exkursionen eine Erfolgskontrolle dieser Maßnahme durchgeführt werden und die Verbreitung der Zauneidechse dokumentiert werden.

Sandweg

Der Sandweg mit dem angrenzenden Waldrand bei Prinzhöfte vor Maßnahmenbeginn © Tom Kutter, NLWKN

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