Besenheide bei Sonnenuntergang

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Moorwälder

Moorwälder

Moorwälder. © Public Domain (Quelle: https://pixabay.com/de/photos/wald-birken-venn-zwillbrock-640406/)

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Diese Laub- und Nadelwälder stocken auf Hoch- und Übergangsmooren, je nach klimatischen und Boden-Verhältnissen als Moor-Randwälder oder aber das ganze Moor als lückiger Wald überziehend. Sie wachsen auf feucht-nassem Torfsubstrat, in der Regel mit lebendem Torfmoos und Zwergsträuchern unter extrem armen Nährstoffverhältnissen. Sowohl der Birken-Moorwald, gegebenenfalls mit Übergängen zum Birken-Bruchwald, als auch der Waldkiefern-Moorwald sind von der Definition eingeschlossen.

Karpaten-Birke (Betula pubescens subsp. carpatica).

Karpaten-Birke (Betula pubescens subsp. carpatica). © ErwinMeier (https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Rotes_Moor_02.jpg), „Rotes Moor 02“, https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/legalcode oder

Vorkommen

Der Verbreitungsschwerpunkt von Moorwäldern befindet sich in Deutschland vor allem im Norddeutschen Tiefland und im Alpenvorland. In der atlantischen Region Deutschlands ist der Lebensraumtyp weit verbreitet und kommt vor allem in den ausgedehnten Sand- und Moorlandschaften vor.

Der Lebensraumtyp ist in Nordrhein-Westfalen überwiegend auf Kleinstflächen von weniger als 10 Hektar vorzufinden, insbesondere in den (ehemaligen) Hochmoorgebieten. Die wichtigsten Vorkommen in der atlantischen Region sind dementsprechend im Münsterländischen Tiefland sowie in der Niederrheinebene zu finden.

In Niedersachsen sind Moorwälder in großen Teilen der atlantischen Region verbreitet, wobei es sich überwiegend um sekundäre Bestände in Hochmoorgebieten handelt. Daneben gibt es viele kleine Flächen entlang der Bach- und Flusstäler. Die Hauptvorkommen liegen in den Tälern und Moorniederungen des Weser-Aller-Flachlandes, der Stader Geest und der Lüneburger Heide sowie der Dümmer Geestniederung und der Ems-Hunte-Geest. Weniger große Vorkommen gibt es jedoch auch in der Ostfriesischen Geest. In den Ems- und Wesermarschen finden sich ebenfalls verstreute Vorkommen.

Gefährdung

Der Erhaltungszustand dieses Lebensraumtyps ist in der atlantischen Region Deutschlands insgesamt als ungünstig-schlecht bewertet.

Hauptgefährdungen sind Grundwasserabsenkungen und Entwässerung sowie die Einleitung von nährstoffreichem Wasser aus der Umgebung. Darüber hinaus bestehen Gefährdungen durch forstliche Nutzung und im Tiefland teilweise durch die Ausbreitung von standortfremden Pflanzenarten (Neophyten).

Schutz-, Pflege- und Entwicklungsmaßnahmen

Von vorrangiger Bedeutung ist der Schutz vor Entwässerung beziehungsweise Grundwasserabsenkung. Weiterhin ist der Schutz vor Nährstoffeinträgen wichtig. Sofern intensiv landwirtschaftlich genutzte Flächen angrenzen, sind mindestens zehn Meter – idealerweise bis zu 100 Meter – breite, dem Wald vorgelagerte Pufferstreifen ohne Einsatz von Dünge- und Pflanzenschutzmitteln sowie Kalk einzuhalten. Krautsäume am Waldrand sollten erhalten bleiben. Im weiteren Umfeld von Moorwäldern in Waldgebieten sollte der Wald nicht gekalkt werden. In den Moorwäldern selbst sollten keine Kirrungen und Wildfütterungen angelegt werden. Um die empfindlichen Standorte zu schützen und eine Förderung natürlicher Verjüngungs- und Zerfallsprozesse sowie Sukzessionsentwicklungen zu Waldgesellschaften natürlicher Artenzusammensetzung zuzulassen, empfiehlt sich die Aufgabe der forstlichen Nutzung sowie die Entnahme nicht lebensraumtypischer Baumarten.

In Niedersachsen fallen Maßnahmen für die Moorlebensraumtypen in den Rahmen des Niedersächsischen Moorschutzprogramms. Es sind daher im Rahmen des IP-LIFE keine spezifischen Maßnahmen für diesen Lebensraumtyp vorgesehen.

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