Besenheide bei Sonnenuntergang

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Geschützte Arten


Leucorrhinia pectoralis (1042)
Große Moosjungfer

Große Moosjungfer (Leucorrhinia pectoralis)

Große Moosjungfer/Yellow-spotted Whiteface (Leucorrhinia pectoralis) © Christian Fischer/CC BY-SA 3.0

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Die Große Moosjungfer ist eine überwiegend dunkel gefärbte, bis zu vier Zentimeter lange Segellibelle mit einer Flügelspannweite von sechs bis sieben Zentimetern. Damit ist sie die kräftigste aller heimischen Moosjungfer-Arten. Die weiße Stirn ist typisch für die Gattung. Als weiteres äußeres Merkmal besitzt das erwachsene Männchen einen leuchtend gelben Fleck auf dem siebten Hinterleib-Segment und rotbraune Flecken auf den Hinterleib-Segmenten eins bis sechs. Das etwas stämmiger wirkende Weibchen sowie das junge Männchen haben dagegen große gelbe Flecken auf den Hinterleib-Segmenten eins bis sieben.

Lebensraum und Lebensweise

Die Große Moosjungfer besiedelt Moor-Randbereiche, Übergangsmoore sowie Waldmoore. Für die Fortpflanzung werden mäßig saure, nährstoffarme bis mäßig nährstoffreiche Gewässer mit Laichkraut- und Seerosenbeständen sowie extensiv genutzte Torfstiche genutzt. Optimal sind mittlere Sukzessionsstadien. Pioniergewässer, dicht überwachsene oder bereits verlandete Wasserkörper werden gemieden. Die Flugzeit der ausgewachsenen Tiere reicht von Mitte Mai bis Ende Juli. Für die Eiablage werden flache Wasserkörper mit dunklem Untergrund, die sich schnell im Sonnenlicht erwärmen, bevorzugt. Während der zwei- bis dreijährigen Larvenentwicklung halten sich die Larven in der Röhrichtzone auf. Sie verlassen die Gewässer von Ende April bis Anfang Juni, um sich an Seggen- oder Binsenhalmen zur flugfähigen Libelle zu häuten.

Verbreitung

In Nordrhein-Westfalen gilt die Große Moosjungfer als „vom Aussterben bedroht“. 2012 gab es auch erhöhte Einzelnachweise entfernt von kolonisierten Reproduktionsgewässern. Die Hauptverbreitungsbereiche liegen deutlich im Tiefland der atlantischen Region.

In Niedersachsen ist die Art (noch) weit verbreitet, aber nicht häufig und wird in der Roten Liste als „stark gefährdet“ eingestuft; die Hauptverbreitungsbereiche liegen hier ebenfalls im Tiefland.

Gefährdung

Die primären Bedrohungsfaktoren für die Art sind

  • Lebensraumverlust oder -verschlech­terung (insbesondere Verfüllung, Wiederbewaldung, bauliche Maßnahmen),
  • Veränderungen des Wasserhaushalts in Moorgebieten (insbesondere Absenkung des Wasserspiegels) sowie
  • Verschlechterung der Wasserqualität durch Nährstoffeinträge und Verunreinigungen.

Weitere Einschränkungen für diese Art sind die

  • natürliche Sukzession (insbesondere Verkrautung, Sedimentzuwachs),
  • Schattierung des Wasserkörpers durch holzige Vegetation,
  • Entfernen von Wasser- und Ufervegetation und im Wasser enthaltener Strukturelemente sowie
  • Fischbestände und die Intensivierung der Fischzucht.

Prinzipielle Schutzmaßnahmen

Grundlegende Maßnahmen für den Schutz und die Verbesserung des Erhaltungszustands sind die Bewahrung und Entwicklung von natürlichen Moor-Randgewässern, Heide-Gewässern, Torfstichen mit ergiebiger Wasser-Vegetation sowie natürlichen schwach eutrophen Gewässern mit Schilf-Vegetation. Gräben in entsprechenden Entwicklungsstadien spielen heutzutage für die Große Moosjungfer als relativ oft besiedelte Sekundärhabitate eine große Rolle. In der Umgebung der Gewässer sollte strukturierte Vegetation mit Moor- und Heide-Vegetation, Schilf, Unterwuchs und kleinen Sträuchern vorhanden sein und Freiflächen bewahrt oder geschaffen werden. Verbesserungsmaßnahmen für den Wasserhaushalt sollten ebenfalls erzielt werden. Dies kann im Umfeld des Gewässers durch Verringerung von Nährstoffeinträgen und Verunreinigungen durch Schaffung von Pufferzonen oder gezielte Extensivierung erreicht werden. In besiedelten Gewässern sollte zudem kein Fischbestand vorhanden sein und  gegebenenfalls die langfristige Entnahme von Fischen erfolgen.

Maßnahmen in Projektphase 1

In der ersten Phase des Projekts werden in Nordrhein-Westfalen drei Maßnahmen umgesetzt, die auf die Verbesserung des Erhaltungszustands der Großen Moosjungfer abzielen. Hierbei handelt es sich um die Optimierung eines Teiches oder die Schaffung neuer Heideteiche sowie die Optimierung der jeweiligen angrenzenden Flächen. Die Maßnahmen sind mit der Verbesserung des Erhaltungsstatus der jeweiligen Lebensraumtypen (3130, 4010, 7140) verknüpft. 

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